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Auszug aus: IWK, Heft 2/1999, S. 225 - 248 (ohne Anmerkungen) Der Gau Magdeburg-Anhalt des "Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold"Von Beatrix HerlemannAm 22. Februar 1999 jährte sich der 75. Gründungstag des "Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold". Diese Republikschutzorganisation, heute nahezu vergessen, wurde erdacht und ins Leben gerufen in der sozialdemokratischen Hochburg Magdeburg, die als einzige deutsche Großkommune durchgehend von 1919 bis 1933 einen sozialdemokratischen Oberbürgermeister hatte (Mai 1919 bis Mai 1931 Hermann Beims, Mai 1931 bis März 1933 Ernst Reuter). In dieser einstigen preußischen Garnisonstadt hatten es die Arbeiterorganisationen in ihren Anfängen besonders schwer. Verfolgungen und Verbote waren an der Tagesordnung. Erst im Jahre 1900, also zu einem vergleichsweise sehr späten Zeitpunkt, gelang die dauerhafte Gründung der SPD. Ein des Lokalpatriotismus unverdächtiger Zeuge, der junge bayerische Reichstagsabgeordnete Wilhelm Hoegner, zu Wahlkampfveranstaltungen wiederholt in der Stadt, beschrieb die Mitgliedschaft als unpathetisch, karg, zäh und schweigsam, "in ihrer bescheiden-stolzen Tüchtigkeit als das Beste, was auf deutschem Boden gewachsen war". Gleichermaßen beeindruckt von der disziplinierten Parteiorganisation wie von den kommunalen Leistungen, resümierte Hoegner: "Hier war der Sozialismus kein lichtblauer Wunschtraum über den Wolken, sondern eine festumrissene, sehr irdische Aufgabe, die mit harter Arbeit in Angriff genommen wurde." Das war am Ende eines schwierigen Aufbaujahrzehnts, als die Gefährdung der Republik bedrohliche Züge annahm. [...] |
| IWK-Redaktion | E-Mail: info@iwk-online.de | 15.01.2001 |