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Auszug aus: IWK, Heft 3/2000, S. 377 - 397 (ohne Anmerkungen) [Heft bestellen] Karl Radek im Januaraufstand 1919 in BerlinDrei DokumenteVon Ottokar Luban[...] Am interessantesten für den Historiker ist [...] der 1929 in der parteioffiziösen Geschichte der Novemberrevolution 1918 veröffentlichte Brief Karl Radeks an die KPD-Zentrale vom 9. Januar 1919, in dem er die Führung der deutschen Kommunisten aufforderte, sich aus der aussichtslosen Aufstandsbewegung zurückzuziehen, zum Abbruch des Kampfes und gleichzeitig zur sofortigen Neuwahl der Arbeiterräte aufzurufen. Bedauerlicherweise wird nur ein Teil des Briefes wörtlich, auch noch mit einer Auslassung, zitiert, von einem weiteren Briefteil wird nur der Inhalt referiert. In einer in Deutschland nur schwer zugänglichen russischsprachigen Publikation eines Radek-Aufsatzes soll der auf deutsch geschriebene Brief ungekürzt in russischer Übersetzung enthalten sein. Im Original war der Brief den Historikern bisher nicht zugänglich. Um so wertvoller ist die vollständige wörtliche Wiedergabe eines weiteren Radek-Briefes vom 24. Januar 1919 - diesmal an die sowjetische Führung in Moskau - in einer wissenschaftlichen Edition von Dokumenten zur Geschichte der Kommunistischen Internationale, die 1998 in Rußland in einer kleinen Auflage von 700 Exemplaren erschienen ist, wobei alle Texte in russischer Sprache wiedergegeben sind [...] Dieser zeitgenössische Brief erweitert die Quellenbasis über Radeks Wirken in Deutschland in der Zeit um den Berliner Januaraufstand 1919 und bestätigt weiterhin sowohl die Erkenntnisse aus seinem bereits erwähnten Brief an die KPD-Zentrale vom 9. Januar 1919 wie aus seinem detailreichen Erinnerungsbericht "November" über seinen Deutschlandaufenthalt von Dezember 1918 bis Januar 1920. Diese autobiographische Schilderung war verdienstvollerweise 1962 von Otto-Ernst Schüddekopf erstmals in deutscher Übersetzung der 1926 erschienenen russischen Originalfassung zusammen mit neu erschlossenen deutschen Archivalien publiziert worden. Außerdem wies Schüddekopf auf die verlorengegangene Akte eines gerichtlichen Untersuchungsverfahrens gegen Radek wegen dessen angeblicher Beteiligung am Januaraufstand 1919 hin. Doch es sind durchaus noch einige Materialien aus der Radek-Gerichtsakte erhalten geblieben, so die bisher der Forschung unbekannt gebliebene Abschrift der ersten Vernehmung Radeks am 13. Februar 1919, also einen Tag nach seiner Verhaftung, die sich in den Akten des Prozesses gegen Georg Ledebour befindet (Dokument II). Außerdem gibt es in einem von Schüddekopf benutzten Band der Archivalien aus dem Bestand Preußisches Justizministerium noch - wenn auch nur als Abschrift in Auszügen - ein weiteres Vernehmungsprotokoll Radeks vom 24. Februar 1919 (Dokument III), ein Schriftstück, auf das Schüddekopf nicht näher eingegangen ist. Weiterhin gibt es in dieser Justizministeriumsakte zum einen eine Aufstellung der bei Radek beschlagnahmten Materialien einschließlich einer juristischen Würdigung sowie zum anderen einen am 11. März 1919 gefertigten Vermerk der Ersten Staatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin mit einem einem kurzen Zwischenergebnis des Untersuchungsverfahrens gegen Radek. Aus diesen Materialien läßt sich der Wissensstand der Strafverfolgungsbehörden gegen Karl Radek - mit einigen neuen Erkenntnissen für den Historiker - weitgehend rekonstruieren. [...] Bereits in der IWK erschienene Beiträge:
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| IWK-Redaktion | E-Mail: info@iwk-online.de | 15.01.2001 |