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Auszug aus: IWK, Heft 4/01, S. 449 - 464 (ohne Anmerkungen) [Heft bestellen]

Die internationalen Bemühungen von Amnesty International im Fall Heinz Brandt

Von Anja Mihr

Am Freitagnachmittag des 16. Juni 1961 traf der Gewerkschaftsjournalist Heinz Brandt aus Frankfurt am Main auf dem Flughafen Tempelhof in West-Berlin ein. Für den Abend war er mit seinem Freund, dem Professor für Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin, Ossip Flechtheim, verabredet. Vorher wollte er sich noch mit einer Bekannten, mit der er als Gewerkschaftsfunktionär in Kontakt stand, in deren Wohnung treffen. Was Brandt nicht wußte: Die Frau arbeitete für die DDR-Staatssicherheit. Während des Treffens verabreichte sie ihm in einem Glas Whisky ein Betäubungsmittel. Auf dem Weg zum Haus seines Freundes Flechtheim brach er ohnmächtig zusammen und wurde in ein Auto der DDR-Staatssicherheit verfrachtet und nach Ost-Berlin verschleppt. Tagelang wußten weder Angehörige noch die Gewerkschaft IG Metall, für deren Zeitschrift "Metall" Brandt als Redakteur tätig war, wo er sich aufhielt und was mit ihm geschehen war. Brandt war verschwunden, entführt und auf Geheiß des Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Walter Ulbricht, in Berlin-Höhenschönhausen in der Haftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) eingesperrt. [...]


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IWK-Redaktion E-Mail: info@iwk-online.de 01.03.2002