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Auszug aus: IWK, Heft 3/2002, S. 320 - 338 (ohne Anmerkungen) [Heft bestellen] Sofie DöringAufstiegschancen einer Textilarbeiterin in WürttembergVon Peter RüttersAls Sofie Döhring 1952 im Alter von 67 Jahren aus der aktiven Gewerkschaftsarbeit ausschied, konnte sie auf eine lange Gewerkschaftstätigkeit zurückblicken, die den Zeitraum vom deutschen Kaiserreich bis zur neugegründeten Bundesrepublik umspannte. Kontinuität weist ihre Biographie darin auf, daß sie die Funktion einer Geschäftsführerin der Verwaltungsstelle Stuttgart des Textilarbeiterverbandes - unterbrochen nur durch die NS-Zeit - im Kaiserreich (seit 1916), während der Weimarer Republik und schließlich auch noch nach 1945 ausübte, nachdem sie vorher als Trikotweberin in Stuttgart gearbeitet hatte. Trotz dieses auf den ersten Blick gleichförmigen Lebenslaufs verbirgt sich dahinter ein für die Zeit des Kaiserreichs (und auch der Weimarer Republik) noch ungewöhnlicher Aufstieg innerhalb des Arbeitermilieus und der sozialdemokratischen Gewerkschaften. Außergewöhnlich ist nicht so sehr die Rekrutierung des Funktionärspersonals aus der organisierten Arbeiterschaft, ungewöhnlich hingegen ist, daß eine Frau diese Position innerhalb eines Gewerkschaftsverbandes erlangen und über einen sehr langen Zeitraum einnehmen konnte. Allerdings scheint die Kontinuität der Funktion zugleich auf Grenzen der Karrierechancen hinzuweisen, wenn auch ihr Mandat als SPD-Abgeordnete im Württembergischen Landtag (1928 bis 1933) ein breiter angelegtes öffentliches und politisches Engagement aufzeigt. [...] |
| IWK-Redaktion | E-Mail: info@iwk-online.de | 03.12.2002 |