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Auszug aus: IWK, Heft 1/2003, S. 37 - 50 (ohne Anmerkungen) [Heft bestellen] Der 17. Juni 1953 in Stalinstadt und Fürstenberg/Oder im Spiegel der GerichtsaktenVon Günter FrommAm "Schwerpunkt Nr. 1" des ersten Fünfjahrplans, wie die SED den Neubau eines Eisenhüttenkombinats (EKO) sowie einer Stadt für die Hüttenwerker bezeichnete (Werk wie Stadt wurden im Mai 1953 nach Stalin benannt), waren bis zum Juni 1953 schätzungsweise 20.000 Menschen beschäftigt: als Transport-, Bau- und Montagearbeiter in einer Vielzahl von Baubetrieben sowie als Angestellte und Produktionsarbeiter im EKO und im Hüttenzementwerk Ost (HZO). Der Konflikt begann dort am 16. Juni mit einem Bummelstreik der Hafenarbeiter im Neuen Hafen und erreichte am Nachmittag des 17. Juni seinen Höhepunkt im Marsch einiger hundert Bauarbeiter von Stalinstädter Baustellen in die Nachbarstadt, wo sich zwischen fünf und sechs Uhr annähernd 2000 Personen, darunter nun auch viele Fürstenberger, vor dem Rathaus versammelten, in dem u. a. die SED-Kreisleitung untergebracht war. Provoziert durch das Verhalten der im gleichen Haus tätigen Offiziere der Kasernierten Volkspolizei drang in das Gebäude eine Gruppe junger Männer ein, die dort handgreiflich wurden. Dabei gab es zwar Sachbeschädigungen, doch kam kein Mensch erheblich zu Schaden, und dem nach kurzer Zeit eintreffenden Kommando der Schutzpolizei sowie einer kleinen motorisierten Abteilung der Sowjetarmee gelang es rasch, diese Hausbesetzung und auch die Kundgebung auf dem Marktplatz zu beenden. In den beiden größten Betrieben, EKO und HZO, gab es keinen Streik, und auf den bestreikten Baustellen wurde die Arbeit am 18. oder 19. Juni wieder aufgenommen. Dennoch zogen diese Geschehnisse eine ganze Reihe von Strafprozessen nach sich. [...] |
| IWK-Redaktion | E-Mail: info@iwk-online.de | 16.07.2003 |