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Auszug aus: IWK, Heft 2/2004, S. 203 - 217 (ohne Anmerkungen) [Heft bestellen]

Die Piqueteros

Soziale Bewegungen und neue politische Erfahrungen in Argentinien

Von Maristella Svampa

Das Argentinien des letzten Jahrzehnts war geprägt durch das Aufkommen neuer Formen politischer Organisationen und kollektiver Aktionen, deren charakteristische Merkmale direkte Aktionen, Selbstorganisation und politische Versammlungen sind. Die sozialen und politischen Erfahrungen mit der Arbeitslosigkeit und dem Sozialabbau der neunziger Jahre führten zu drei unterschiedlichen Praktiken der Piqueteros: den Blockaden (piquetes), den Stadtteilversammlungen und Betriebsbesetzungen.

Der vorliegende Beitrag soll einige der neuartigen Aspekte schildern, die von einer dieser Bewegungen verkörpert werden, jener Bewegung, die trotz ihrer ideologischen und kulturellen Vielfalt zweifellos das explosivste Phänomen der neunziger Jahre darstellt - die Bewegung der Piqueteros.

Im ersten Teil werden Entwicklung und allgemeine Züge dieser Piqueterobewegung dargelegt, während im zweiten Teil ihre neuen politischen Aspekte aufgezeigt werden. Die Darstellung soll sich jedoch nicht darauf beschränken, die Organisationsformen der Piqueteros zu beschreiben, sondern sie wendet sich auch anderen sozialen und ökonomischen Fragen zu, die für das Verständnis der Dimension der Piqueteroerfahrung wesentlich sind. Hier werden die Besonderheiten des argentinischen Entkollektivierungsprozesses, die ideologische Heterogenität im Handlungsspielraum der Piqueteros sowie ihr konfliktgeladenes Verhältnis zum Staat dargestellt, wobei auch unterschiedliche Auffassungen über das politische Subjekt und die immer noch beschwerliche Frage des hartnäckigen Fortbestehens der peronistischen Kultur umrissen werden. [...]


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IWK-Redaktion E-Mail: info@iwk-online.de 22.06.2005