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aus: IWK, Heft 3/2004, S. 281 [Heft bestellen]

Editorial

Die IWK ist in die Jahre gekommen, genauer: in ihr 40. Jahr; die unregelmäßige Erscheinungsweise ist seit Jahren nahezu ihr ungeliebtes "Marken"zeichen. Bewußt werden Stimmen gestreut, die von einem Ende unseres Periodikums künden. Sicher, auch die IWK ist von der allgemeinen Krise der sozialwissenschaftlichen Presse nicht unberührt geblieben. Und doch konnte der Rückgang der institutionellen "Leser" durch Neuabonnenten partiell abgefedert werden. Und immer wieder erfährt die Redaktion aus dem Leserstamm nicht nur eine gleichbleibende Aufgeschlossenheit, sondern auch ermutigende Impulse. Ihm sei an dieser Stelle ganz besonders gedankt.

Es ist evident: Wir sind arg im Verzug. Die Tatsache, daß es keinen ausschließlich für die IWK mehr zuständigen Redakteur gibt, die Zeitschrift quasi nebenberuflich redigiert wird, wirkt erschwerend. Überlegungen hinsichtlich einer graphischen Neugestaltung oder bestimmter Themenhefte mußten daher immer wieder zurückgestellt werden. Nichtsdestoweniger werden wir im Herbst das letzte Heft des Jahrgangs 2004 und bis zum Ende des Jahres zumindest noch die Hefte 1 und 2 des 41. Jahrgangs (2005) - und diese wahrscheinlich als thematisches Doppelheft über Johann Most - ausliefern.

Das vorliegende Heft widmet sich zunächst Johannes Agnoli, jenem "Findelkind der Politologie" (Georg Fülberth), dem Gerhard Bauer, Wolf-Dieter Narr, Bodo Zeuner und Markus Mohr gegenwartsbezogen nach-denken. Sie fragen, was von Agnolis Denken nachlebt bzw. vom subversiven Denken überhaupt, zu dem er seine spezifischen Beiträge geleistet hat; sie fragen auch danach, wie es nachlebt, was es für die heutigen potentiellen politischen Akteure zu bedeuten hat und wie diese Bedeutung erhöht und verschärft werden könnte. Ein zuweilen randständiges Thema, gewiß, aber zugleich eine Reverenz an die die Zeitschrift behausende Institution, das Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Daneben erwarten Sie eine von Richard Albrecht neu herausgegebene und annotierte Streitschrift Carlo Mierendorffs "Arisches Kaiserreich oder Judenrepublik" aus dem Jahr 1922, ein Bericht Hartmut Rübners über eine Tagung zum Thema "'1968' und die Arbeiter" und eine Diskussion von Helmut Bock über Krieg und Frieden in der Neuzeit sowie wie üblich Rezensionen.

Berlin, im August 2005 Andreas Graf

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IWK-Redaktion E-Mail: info@iwk-online.de 10.09.2005