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Auszug aus: IWK, Heft 2-3/2006, S. 163 - 168 (ohne Anmerkungen) [Heft bestellen] Im Kontinuum des ArbeitszwangsKapitalismus - Prekarität - ZwangsarbeitVon Thomas Meese[...] Der Wiedereinzug der staatlich organisierten Zwangsarbeit mit den "Hartz-IV"-Arbeitsmarktreformen liegt auf der oben beschriebenen Konstanten von formal "freier" Arbeit, über materialen Arbeitszwang bis hin zu mehr oder weniger kaschierten offensichtlichen Formen der Zwangsarbeit und ist damit Ausdruck der Produktionsverhältnisse. Zugleich wird versucht, eine Bewußtseinslage zu erzeugen, die (Massen-)Arbeitlosigkeit eben nicht als Strukturphänomen begreift, sondern sie vielmehr individuell zuschreibt. So wird Vollbeschäftigung kontrafaktisch als erstrebenswert und systemimmanent erreichbar dargestellt und tatsächlich gegebene strukturelle Arbeitslosigkeit mit dem Unwillen, Unvermögen oder sonstigem persönlichen Makel der Betroffenen erklärt. Sämtliche sozialwissenschaftlichen Studien weisen freilich auf, daß der Kausalnexus invers verläuft: Es ist die strukturelle Arbeitslosigkeit und die Angst davor, die Menschen deformiert und beschädigt. [...] |
| IWK-Redaktion | E-Mail: info@iwk-online.de | 02.01.2008 |