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Auszug aus: IWK, Heft 4/2006, S. 489 - 498 (ohne Anmerkungen) [Heft bestellen] "… ein deutsch-malaiischer Mischling"Eine Denunziation im nationalsozialistischen HamburgVon Lars Amenda, HamburgDaß die deutsche Bevölkerung während der NS-Herrschaft erheblich zur Durchsetzung der staatlichen Rassenpolitik und Verfolgung beigetragen hat, ist mittlerweile durch zahlreiche Studien belegt worden. Daß dies nicht nur aus einer rassistischen Motivation erfolgte, sondern gerade auch private Belange von großer Bedeutung waren, hat die historische Denunziationsforschung deutlich aufzeigen können. Am Beispiel einer Denunziation sollen die Schnittstelle von NS-Rassenpolitik und "Volksgemeinschaft", das private und staatliche Zusammenwirken in der Verfolgung und die Handlungsspielräume der Bevölkerung gezeigt und bewertet werden. Die überlieferten Dokumente dieses Einzelfalls basieren vor allem auf Aufzeichnungen der Hamburger Gestapo, die sich im Besitz der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Hamburg befanden - und die als Quelle aufgrund dieser Einseitigkeit recht problematisch sind. Diese Schriftstücke ermöglichen jedoch einen anschaulichen Einblick in den nationalsozialistischen und alltäglichen Rassismus in einer deutschen Großstadt während der Kriegszeit. Trotz der schwierigen Quellenlage ist es meines Erachtens zudem möglich, den "Eigen-Sinn" eines historischen Akteurs zu rekonstruieren - gleichzeitig wird die gesellschaftliche Wirkung der historischen Kategorien "Rasse", Klasse und Geschlecht gegenüber einem als Außenseiter Stigmatisierten während der Weimarer Republik und des "Dritten Reiches" deutlich. [...] |
| IWK-Redaktion | E-Mail: info@iwk-online.de | 30.05.2008 |